Kritische Infrastruktur schützen: Wenn mit dem Strom auch die Kommunikation ausfällt
KRITIS-Schutz für Stromtrassen, Umspannwerke und Baustellen: DESK verbindet autarke Videoüberwachung, Krisenkommunikation und abgestimmte Intervention.Angriffe auf Stromtrassen und Umspannwerke treffen mehr als technische Anlagen. Sie können Wohnungen, Betriebe und Kommunikationsnetze gleichzeitig lahmlegen. Die jüngsten Fälle zeigen, warum KRITIS-Schutz bereits auf der Baustelle beginnen muss – und warum Überwachung auch ohne Netzstrom funktionieren muss.
Stand: 18. Oktober 2026
Am frühen Morgen des 5. Oktober werden in Berlin-Marzahn erneut Stromleitungen durch einen Brand beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Diesmal bleibt die Unterbrechung der Stromversorgung nach ihren Angaben kurz. Doch der Vorfall erinnert an eine Frage, die Deutschland seit Monaten beschäftigt: Wie gut lässt sich eine Infrastruktur schützen, auf deren Verfügbarkeit nahezu jeder Lebensbereich angewiesen ist? Polizei Berlin, 5. Oktober 2026
Wie schwer die Folgen werden können, zeigte sich bereits am 3. Januar 2026. Ein Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz unterbrach die Versorgung von rund 45.000 Haushalten und 2.200 Gewerbekunden. Auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen waren betroffen. Manche Anschlüsse blieben tagelang ohne Strom. Festnetz und Mobilfunk waren erheblich beeinträchtigt, selbst Notrufnummern teilweise nur eingeschränkt erreichbar. Bundeskriminalamt
Der Schaden endet damit nicht am beschädigten Kabel. Er setzt sich dort fort, wo Menschen Hilfe benötigen, Betriebe ihre Arbeit einstellen und Einsatzkräfte Informationen austauschen müssen.
Eine Folge von Vorfällen
Schon am 9. September 2025 hatte ein Brandanschlag auf zwei Strommasten im Südosten Berlins zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und etwa 2.000 Gewerbebetriebe getroffen. Im März 2026 ließ die Generalstaatsanwaltschaft im Zusammenhang mit den Ermittlungen mehrere Objekte durchsuchen. Generalstaatsanwaltschaft Berlin
Im September 2026 folgten Vorfälle in mehreren Bundesländern. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft führten mutmaßliche Sabotagehandlungen am 1. September im Umfeld von Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zu Kurzschlüssen und vorübergehenden Leitungsabschaltungen. Bei Bergheim mussten auch zwei nahe gelegene Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden; in einem angrenzenden Ort war die Stromversorgung zeitweilig beeinträchtigt.
Ein Tatverdächtiger wurde am 8. September festgenommen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts unter anderem auf versuchte und vollendete verfassungsfeindliche Sabotage. Zum veröffentlichten Ermittlungsstand handelt es sich um Vorwürfe, nicht um eine rechtskräftige Verurteilung. Bundesanwaltschaft, 10. September 2026
Die Fälle unterscheiden sich in Ausmaß, Folgen und Ermittlungsstand. Gemeinsam zeigen sie: Physische Angriffe auf die Stromversorgung sind eine konkrete Planungsaufgabe für Betreiber.
Wie viele Angriffe sind bekannt?
Eine vollständige, öffentlich ausgewiesene Gesamtzahl ausschließlich für physische Angriffe auf Stromtrassen, Umspannwerke und andere Stromanlagen lässt sich aus den ausgewerteten amtlichen Quellen nicht ableiten.
Die Bundesregierung veröffentlichte allerdings folgende Fallzahlen politisch motivierter Straftaten mit dem erfassten Angriffsziel „Energieversorgungseinrichtung“:
| Jahr | Registrierte Fälle | Davon Versuche |
|---|---|---|
| 2022 | 121 | 3 |
| 2023 | 173 | 5 |
| 2024 | 151 | 1 |
| 2025 | 146* | 6* |
* Die Zahlen für 2025 waren bei Veröffentlichung der Bundestagsdrucksache vom 5. März 2026 vorläufig.
Das ergibt 591 erfasste Fälle für 2022 bis 2025. Die Kategorie umfasst Energieversorgungseinrichtungen und ist keine gesonderte Statistik bestätigter physischer Stromnetzanschläge. Nach Angaben der Bundesregierung ist eine automatisierte Aufschlüsselung nach der betroffenen Anlagenart nicht möglich. Die Erfassungskategorie besteht erst seit 2022. Allgemeine Diebstähle, Cybervorfälle und ungeklärte Sabotageverdachtsfälle lassen sich damit ebenfalls nicht vollständig abbilden. Bundesregierung, Bundestagsdrucksache 21/4572, Seite 7
Für einen einzelnen Standort lässt sich aus diesen Zahlen keine seriöse jährliche Angriffswahrscheinlichkeit berechnen. Dafür braucht es eine konkrete Betrachtung von Lage, Bedeutung, Zugänglichkeit und vorhandenen Schutzmaßnahmen.
Wie wahrscheinlich und wie gefährlich ist ein Blackout?
Deutschlands Stromversorgung ist weiterhin sehr zuverlässig. Für 2024 meldete die Bundesnetzagentur eine durchschnittliche Versorgungsunterbrechung von 11,7 Minuten je Letztverbraucher. Dieser Durchschnitt beschreibt die Versorgungszuverlässigkeit; er beziffert weder das Risiko eines Anschlags noch die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Blackouts. Bundesnetzagentur
Ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall gilt nach Einschätzung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als sehr unwahrscheinlich, aber plausibel. Seine Folgen könnten weit über ausgefallene Beleuchtung hinausreichen: Kommunikation, Wasser- und Abwasserversorgung, Lebensmittelversorgung und medizinische Versorgung wären betroffen. Wie schwer eine Lage wird, hängt wesentlich von Dauer, Ausdehnung und verfügbaren Ersatzkapazitäten ab. BBK: Stromausfall
Ein regionaler Ausfall wie in Berlin ist deshalb sorgfältig von einem überregionalen Blackout zu unterscheiden. Für die betroffenen Menschen und Betriebe kann allerdings bereits ein mehrtägiger lokaler Ausfall erhebliche Folgen haben.
Kommunikation wird im Krisenfall zur Voraussetzung für Hilfe
Wer Schäden beheben soll, benötigt Informationen: Welche Bereiche sind erreichbar? Wo werden Material und Personal gebraucht? Welche Zufahrten sind freigegeben? Welche neuen Ereignisse kommen hinzu?
Gleichzeitig kann ein Stromausfall genau die Netze beeinträchtigen, über die diese Abstimmung normalerweise läuft. Der Berliner Senat bestätigte im August 2026, dass die Anschläge vom September 2025 und Januar 2026 Festnetz, Mobilfunk und Internet massiv beeinträchtigt hatten. Besonders anfangs waren Telefonverbindungen und der Empfang amtlicher Warnmeldungen erschwert. Berliner Senat
Für ein Sicherheitskonzept folgt daraus: Energieversorgung, Alarmübertragung und Krisenkommunikation müssen gemeinsam geplant werden. Die Kamera vor Ort, die Übertragungsstrecke und die empfangende Stelle bilden eine zusammenhängende Verbindung.

Kameramast mit Lautsprecher an einer Stromtrasse; im Hintergrund arbeitet ein Fahrzeug mit Hebebühne.
Überwachung, die beim Stromausfall weiterarbeitet
Hier setzt DESK Sicherheit mit energieautarken Überwachungstürmen an. Unsere Türme funktionieren auch dann, wenn die örtliche Stromversorgung ausfällt. Bei entsprechender Auslegung können sie über ein Jahr ohne externen Stromanschluss betrieben werden.
Zusätzlich bieten die Türme die Infrastruktur für projektspezifische Kommunikationsschnittstellen im Krisenfall. Welche Dienste darüber bereitgestellt werden, welche Übertragungswege benötigt werden und welche Rückfallebenen sinnvoll sind, stimmen wir mit dem Betreiber ab.
Zur Auslegung gehört die gesamte eingesetzte Ausstattung. Auch zusätzliche Kommunikationstechnik muss in der Energieplanung berücksichtigt werden. So entsteht ein Konzept, das Überwachung, Alarmierung und die benötigte Kommunikation auch für den Ausfall der örtlichen Versorgung vorsieht.

Ein mobiler DESK-Überwachungsturm vor den Anlagen eines Umspannwerks.
Das Schutzziel entscheidet über den KRITIS-Schutz
Ein Umspannwerk stellt andere Anforderungen als eine kilometerlange Stromtrasse oder eine wechselnde Trassenbaustelle. Deshalb beginnt unser Schutzkonzept mit einer gemeinsamen Definition des Schutzziels – bei einer Begehung oder im Rahmen der Fachplanung.
Dabei betrachten wir die geografische Lage, die Größe und Art des Standorts, Zufahrten sowie Personen- und Fahrzeugverkehr. Ebenso entscheidend sind Witterung, Lichtverhältnisse, vorhandene Stromanschlüsse und Datenverbindungen sowie deren Schutz und Ausfallsicherheit.
Die Interventionszeiten gehören von Anfang an dazu. Ein Alarm muss rechtzeitig bewertet werden und eine abgestimmte Handlung auslösen. Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Zugangsregelungen werden deshalb gemeinsam mit dem Betreiber festgelegt.
Das Ziel ist eine durchgängige Schutzkette: erkennen, bewerten, alarmieren und handeln.
Wärmebild und Farbbild für schwierige Bedingungen
Bei unseren Lösungen in Deutschland setzen wir ausschließlich auf bispektrale Videoüberwachung. Wärmebildtechnik unterstützt die Erkennung von Personen und Fahrzeugen bei Dunkelheit. Ein besonders lichtempfindlicher Farbsensor ergänzt sichtbare Merkmale, soweit die Bedingungen dies zulassen.
Regen, Nebel und wechselnde Temperaturverhältnisse fließen in die Planung ein. Die tatsächlich erreichbare Erkennungsleistung wird anhand von Standort, Entfernung und Kameratechnik beurteilt.
Mit eigenen Analysealgorithmen lassen sich überwachte Bereiche und Zeitregeln auf den Betrieb abstimmen. Berechtigte Arbeiten während einer Schicht werden dabei anders eingeordnet als ein Zutritt zu einem gesperrten Bereich außerhalb der freigegebenen Zeiten.

Detailaufnahme der Kameratechnik an einem Überwachungsmast vor einer Stromtrasse.
KRITIS-Baustellen brauchen Schutz bis zur Inbetriebnahme
Neue Stromtrassen und Umspannwerke müssen bereits während der Errichtung geschützt werden. Materiallager, Kabelbestände, Werkzeuge und Maschinen gehören ebenso in die Planung wie Zugänge und wechselnde Arbeitsbereiche.
Neben Sabotage berücksichtigen wir Kupferdiebstahl und Kabeldiebstahl. Für leicht bewegliche Teile stellen wir gesicherte Sicherheitscontainer bereit. Geeignete Betriebsmittel können zusätzlich mit Tracking und Geofencing in das Konzept eingebunden werden.
Die Systeme unterstützen außerdem die Baulogistik: Kennzeichenerkennung und Schrankensteuerung können Zufahrten organisieren, während Helm- und Westendetektion – PPE Detection – die Kontrolle vereinbarter Arbeitsschutzmaßnahmen ergänzt. Die Funktionen werden auf den jeweiligen Bedarf und die Bedingungen vor Ort abgestimmt.
Auch der Wiederaufbau muss überwacht werden
Nach einer Beschädigung beginnt eine besonders anspruchsvolle Phase. Reparaturteams arbeiten unter Zeitdruck, provisorische Einrichtungen entstehen und Ersatzmaterial wird angeliefert. Gleichzeitig verändern sich Arbeitsbereiche und Zugangsberechtigungen.
Deshalb muss das Schutzkonzept bis in den Wiederaufbau reichen: zu Reparaturstellen, temporären Lagerflächen, Ersatzanlagen und den eingesetzten Maschinen. Mobile Überwachung kann mit den Arbeiten versetzt und auf neue Bereiche ausgerichtet werden.
Energieautarke Türme sind dabei gerade dort einsetzbar, wo die reguläre Versorgung noch nicht wiederhergestellt ist. Sie verbinden die Sicherung der Wiederaufbaubaustelle mit der vorgesehenen Infrastruktur für Kommunikation.
DESK Sicherheit bringt dafür mehr als 13 Jahre Erfahrung mit. Gemeinsam mit Betreibern, Fachplanern und Bauverantwortlichen entwickeln wir Maßnahmen für den normalen Betrieb, den Krisenfall und die Wiederherstellung beschädigter Infrastruktur.
Wer Stromtrassen, Umspannwerke und KRITIS-Baustellen schützt, muss den Ausfall der Versorgung mitplanen. Überwachung und Kommunikation werden gerade dann gebraucht, wenn die Infrastruktur ihre größte Belastung erlebt.